Pränatalmedizin

Die meisten Schwangerschaften verlaufen unkompliziert und die regulären Vorsorgeuntersuchungen bieten eine gute Grundlage für die Betreuung von Mutter und Kind. Pränatalmedizinische Untersuchungen sind ein Angebot und keine Verpflichtung. 

Manchmal ergeben sich besondere medizinische Fragen. In anderen Fällen wünschen sich werdende Eltern eine weiterführende und besonders detaillierte Untersuchung.

In unserer Praxis bieten wir ein umfassendes Spektrum der modernen Pränatalmedizin an. Dabei reicht unser Angebot von der frühen Beurteilung der kindlichen Entwicklung im ersten Schwangerschaftsdrittel über die detaillierte Ultraschalldiagnostik bis zur Betreuung von Risikoschwangerschaften und invasiven pränataldiagnostischen Untersuchungen.

Dabei beraten wir Sie individuell und ergebnisoffen, welche Untersuchung zu welchem Zeitpunkt sinnvoll sein kann – und ob Sie sie überhaupt durchführen lassen möchten.

Untersuchungen in der Pränatalmedizin

Ersttrimester-Organsonografie

Die frühe detaillierte Untersuchung Ihres Kindes: Die Untersuchung im ersten Schwangerschaftsdrittel ermöglicht bereits eine differenzierte Beurteilung der kindlichen Entwicklung.

Neben der Messung der Nackentransparenz werden der Fetus und seine früh erkennbaren Strukturen und Organe systematisch untersucht. Je nach Schwangerschaftswoche können bereits zahlreiche Fehlbildungen erkannt oder Hinweise auf eine besondere Entwicklung festgestellt werden.

Zu Beginn der Untersuchung überprüfen wir außerdem die zeitgerechte Entwicklung des Kindes. Anhand der Größe des Feten wird beurteilt, ob diese zum errechneten Schwangerschaftsalter und zum voraussichtlichen Entbindungstermin passt. Falls erforderlich, kann der voraussichtliche Entbindungstermin entsprechend korrigiert werden.

Die Untersuchung umfasst außerdem die Beurteilung des Mutterkuchens und weiterer für den Schwangerschaftsverlauf wichtiger Strukturen.

Die Ersttrimester-Organsonografie orientiert sich an den aktuellen Empfehlungen für die Untersuchung im ersten Schwangerschaftsdrittel und geht über die reguläre Ultraschallvorsorge hinaus.

Frühes Präeklampsie-Screening

Risiken frühzeitig erkennen: Präeklampsie und andere Hochdruckerkrankungen gehören zu den wichtigen Komplikationen einer Schwangerschaft.

Durch die Kombination verschiedener mütterlicher und sonografischer Untersuchungsbefunde kann das individuelle Risiko bereits früh in der Schwangerschaft eingeschätzt werden.

Je nach Fragestellung kann die Untersuchung durch eine Bestimmung von PlGF (Placental Growth Factor) ergänzt werden.

Eine frühzeitige Risikoabschätzung kann insbesondere bei Patientinnen mit erhöhtem Risiko dazu beitragen, geeignete vorbeugende Maßnahmen rechtzeitig zu besprechen.

NIPT

Nicht invasive Pränataldiagnostik aus dem Blut der Mutter: Der nicht invasive Pränataltest (NIPT) ist eine Blutuntersuchung, mit der das Risiko für bestimmte Chromosomenveränderungen des ungeborenen Kindes eingeschätzt werden kann.

Ein NIPT ist nicht für jede Schwangere notwendig oder sinnvoll. Ob die Untersuchung in der jeweiligen Schwangerschaftssituation sinnvoll ist, sollte nach einer individuellen Beratung und unter Berücksichtigung der Ultraschallbefunde entschieden werden.

Der NIPT kann insbesondere das Risiko für Trisomie 21, 18 und 13 sehr zuverlässig einschätzen. Wichtig ist dabei: Ein NIPT ist ein Screeningtest und keine diagnostische Untersuchung. Ein auffälliges Ergebnis sollte deshalb durch eine invasive Pränataldiagnostik abgeklärt werden.

Ein unauffälliger NIPT ersetzt die sorgfältige Ultraschalluntersuchung des Kindes nicht, kann aber bei bestimmten Risikokonstellationen eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

DEGUM-II-Organdiagnostik

Die detaillierte sonografische Feindiagnostik ermöglicht eine umfassende Beurteilung der kindlichen Entwicklung und der fetalen Organe.

Dabei untersuchen wir unter anderem:

  • Kopf und Gehirn
  • Gesicht
  • Wirbelsäule
  • Brustkorb und Lunge
  • Herz und große Gefäße
  • Bauch und Bauchorgane
  • Nieren und Harnwege
  • Arme und Beine
  • Hände und Füße

Die Untersuchung umfasst in unserer Praxis immer auch:

  • Fetale Echokardiografie
  • Dopplersonografie
  • Biometrie

Dabei vermessen wir die wesentlichen Strukturen des Feten, untersuchen das Herz gezielt im Rahmen einer fetalen Echokardiografie und beurteilen mit der Dopplersonografie die Blutversorgung von Fetus und Plazenta.

Die Feindiagnostik kann bei einer medizinischen Fragestellung oder auffälligen Befunden notwendig sein. Sie kann aber auch sinnvoll sein, wenn Sie sich unabhängig von einer besonderen Risikosituation eine besonders detaillierte Untersuchung Ihres Kindes wünschen.

Fetale Echokardiografie

Das Herz Ihres Kindes im Detail: Das kindliche Herz wird im Rahmen unserer detaillierten Feindiagnostik grundsätzlich gezielt untersucht.

Bei einer fetalen Echokardiografie erfolgt eine weiterführende Beurteilung des kindlichen Herzens und der großen Gefäße.

Diese Untersuchung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn sich Hinweise auf eine Besonderheit des Herzens ergeben oder bestimmte Risikofaktoren vorliegen.

Biometrie und Dopplersonografie

Wachstum und Versorgung des Kindes: Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kann es notwendig sein, die Entwicklung und Versorgung des Kindes wiederholt zu kontrollieren.

Dabei beurteilen wir unter anderem:

  • Wachstum des Kindes
  • Fruchtwassermenge
  • Durchblutung verschiedener kindlicher und mütterlicher Gefäße
  • Funktion des Mutterkuchens

Je nach Fragestellung werden diese Untersuchungen wiederholt durchgeführt.  

Dies kann insbesondere bei Risikoschwangerschaften oder bei Auffälligkeiten im Schwangerschaftsverlauf notwendig sein.

Mehrlingsschwangerschaften

Besondere Betreuung von Zwillingen und Mehrlingen: Mehrlingsschwangerschaften benötigen eine sorgfältige und an die jeweilige Situation angepasste Betreuung.

Besonders wichtig ist die frühe Beurteilung der Chorionizität, also die Frage, ob die Kinder jeweils über einen eigenen oder einen gemeinsamen Mutterkuchen versorgt werden.

Eine besondere Situation besteht bei monochorialen Zwillingen, die sich einen Mutterkuchen teilen. Hier können spezielle Komplikationen auftreten, die regelmäßige und spezialisierte Kontrollen erforderlich machen.

Wir begleiten Mehrlingsschwangerschaften mit einer an die jeweilige Situation angepassten Ultraschall- und Verlaufskontrolle.

Amniozentese und Chorionzottenbiopsie

Invasive Pränataldiagnostik: In manchen Situationen kann eine Ultraschalluntersuchung allein bestimmte Fragen nicht beantworten. Dann kann eine invasive pränataldiagnostische Untersuchung sinnvoll sein.

In unserer Praxis führen wir folgende Untersuchungen durch:

Chorionzottenbiopsie

Eine Chorionzottenbiopsie kann ab der 11-+-0-Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Dabei wird unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle eine kleine Menge Gewebe aus dem Mutterkuchen entnommen.

Amniozentese

Eine Amniozentese kann ab der 15-+-0-Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Dabei wird unter Ultraschallkontrolle eine geringe Menge Fruchtwasser entnommen und anschließend untersucht.

Mögliche Gründe für eine invasive Untersuchung können beispielsweise ein auffälliger Ultraschallbefund, ein auffälliges Ergebnis eines NIPT, ein erhöhtes Risiko in einer vorangegangenen Untersuchung oder eine familiäre beziehungsweise genetische Fragestellung sein.

Ein auffälliger NIPT ist ein Screening-Ergebnis und noch keine Diagnose. Eine invasive Untersuchung kann dann dazu dienen, den Verdacht zu bestätigen oder auszuschließen.

Vor jeder invasiven Untersuchung erfolgt eine ausführliche ärztliche Beratung über die individuellen Möglichkeiten, Grenzen und Risiken.

Beratung

Nach jeder pränataldiagnostischen Untersuchung nehmen wir uns Zeit, die Ergebnisse mit Ihnen zu besprechen und sie im Zusammenhang mit Ihrer persönlichen Schwangerschaftssituation einzuordnen.

Wir beraten Sie zu den individuellen Gesichtspunkten Ihrer Schwangerschaft und besprechen, ob weitere Untersuchungen oder Kontrollen sinnvoll sind.

Wann ist eine pränatalmedizinische Untersuchung sinnvoll?

Eine weiterführende pränatalmedizinische Untersuchung kann aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll oder medizinisch notwendig sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Auffälligkeiten bei einer vorangegangenen Ultraschalluntersuchung
  • Auffällige Befunde in der Schwangerschaftsvorsorge
  • Auffälliges Ergebnis eines nicht-invasiven Pränataltests (NIPT)
  • Besonderheiten der kindlichen Entwicklung
  • Risikofaktoren der Mutter
  • Frühere Schwangerschaften mit besonderen Komplikationen
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Familiäre oder genetische Fragestellungen

Auch ohne besondere Risikosituation kann der Wunsch nach einer weiterführenden und detaillierten Untersuchung bestehen.

Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Situation und der jeweiligen Schwangerschaftswoche ab.

Kosten und Kostenübernahme

Pränatalmedizinische Untersuchungen können aus unterschiedlichen Gründen durchgeführt werden.

Liegt eine medizinische Indikation vor, kann eine weiterführende Untersuchung in der Regel als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt werden.

Daneben gibt es Untersuchungen, die werdende Eltern auch ohne medizinische Indikation wünschen können. In diesen Fällen handelt es sich in der Regel um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).

Welche Untersuchung in Ihrer persönlichen Situation sinnvoll ist und ob eine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse möglich ist, besprechen wir gerne mit Ihnen vor der Untersuchung.

Bitte beachten Sie: Eine individuelle Gesundheitsleistung ist nicht weniger sorgfältig oder weniger umfangreich als eine medizinisch indizierte Untersuchung. Der Unterschied liegt ausschließlich in der medizinischen Indikation und der damit verbundenen Kostenübernahme.

Terminvereinbarung

Sie möchten einen Termin vereinbaren? Hier finden Sie unsere Kontaktdaten.

Informationen für Zuweisende

Für Kolleginnen und Kollegen bieten wir spezialisierte pränatalmedizinische Diagnostik bei entsprechenden Fragestellungen an.

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Zeitnahe Terminvergabe

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Sorgfältige Untersuchung

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Ausführliche Beratung der Patientin

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Verlässliche Befundkommunikation an die zuweisende Praxis